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„Ich mache aus jedem einen guten Liebhaber"

Brig-Glis / Wo andere rot werden, spricht sie Klartext. Anke Schüffler ist Sexualpädagogin und sagt:„Sex ist lernbar."

Von Denise Jeitziner
Rahel Escher

Welches Thema ist für Sie tabu?
Über einige Dinge spricht man sicher lieber als über andere. Es kommt darauf an, mit wem man über etwas spricht und wie vertieft. Generell würde ich kein Thema zurückweisen – ausser meiner eigenen Sexualität. Viele würden es als Vorgabe nehmen und denken: So ist es richtig. Aber es gibt kein Richtig oder Falsch. Sexualiät ist immer individuell.

Hatten Sie schon immer einen lockeren Umgang mit dem Thema Sexualität?
Nein, überhaupt nicht. Wir wurden zuhause auch nicht aufgeklärt. Meine Schwester und ich haben ein entsprechendes Buch im Nachttischchen unserer Eltern gefunden, das wir uns heimlich anschauten. Ich glaube, meine Eltern hatten anfangs Mühe mit meinem neuen Berufsziel und meinten: Hättest du nicht etwas Gescheites lernen können? Inzwischen haben sie gesehen, wie vielfältig das Thema ist und konnten sich gut damit anfreunden.

Weshalb haben Sie trotzdem diesen Beruf gewählt?
Es war immer mein grosser Traum, Lehrerin zu werden. Eines Tages sah ich ein Inserat „Ausbildung zur Sexualpädagogin". Da wusste ich: Das ist es. Allerdings stand für mich die Pädagogik im Vordergrund, nicht die Sexualität. Ich war kein Sexguru und habe mich vorher nie gross damit auseinander gesetzt. Inzwischen habe ich sehr viel gelernt und bin sehr dankbar dafür, denn es bedeutet auch immer eine eigene Aus­einandersetzung mit dem Thema.

Weshalb sprechen die meisten Menschen nicht gerne über Sex?
Weil das Thema oft mit Scham besetzt ist und obwohl es omnipräsent ist, bestehen viele Unsicherheiten und Ängste. Es wird einem viel beigebracht, zum Beispiel wie man backen soll. Wenn der Kuchen nicht gelingt, holt man sich ohne zu zögern Rat. Beim Sex ist man oft sich selbst überlassen, weil es ein Tabuthema ist.

Wie kann man das verbessern?
Es sollte in den Alltag eingebettet werden. Sex ist ein menschliches Grundbedürfnis wie essen und schlafen. Allerdings sollte man ihn nicht überbewerten, sonst wird der Erwartungsdruck zu hoch. Wichtig ist ein normaler Umgang, dass man offen über Wünsche, Ängste und Unsicherheiten sprechen kann und vielleicht auch bereit ist, Neues zu lernen, Fragen zu stellen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wie reagieren Klienten, die das erste Mal zu Ihnen kommen?
Die meisten sind angespannt, anfangs ein wenig zurückhaltend. Sie finden jedoch meist schnell Vertrauen. Sicher auch deswegen, weil ich Deutsche bin und nicht gerade deren ganze Familiengeschichte und Umfeld kenne. Oft sprechen die Leute mit mir das erste Mal offen über Sexualität und sind froh, dass „es" endlich zur Sprache kommt.

Gibt es auch falsche Erwartungen?
Ja. Viele wissen nicht, dass in der Therapie kein Körperkontakt stattfindet. Das ist eine Grenze, die ich nicht überschreite und auch bei mir nicht überschritten haben möchte. Manche kommen auch und fragen: Muss ich mich ausziehen und gleich hier üben? Das ist natürlich nicht so.

Was für Leute kommen zu Ihnen?
Ganz verschiedene. Vom Jugendlichen mit Fragen betreffend Homosexualität bis zum 75-Jährigen mit Erektionsproblemen. Frauen mit Lustlosigkeit, Männer, die Angst haben, zu versagen oder zu schnell zum Orgasmus kommen, oder Frauen, die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr haben.

Ihre Fachstelle heisst „Lieben lernen". Kann man Liebe lernen?
Ja, und Sexualität auch. Liebe und Sexualität sind gleichwertige Fähigkeiten, die unabhängig voneinander funktionieren. Lieben und Sexualität lernen heisst in erster Linie, sich selber lieben zu lernen, sich selbst wahrzunehmen und über sich selber den Weg zum anderen zu finden. Viele Menschen haben eine eingeschränkte Wahrnehmung und das setzt Grenzen im Erleben. Eine andere Qualität schafft man mit gezielten Körperwahrnehmungs-übungen.

Was sind das für Übungen?
Es fängt mit Atemübungen und dem Zentrieren an. Meistens atmet man nur bis zur Brust. Wenn die Leute dann versuchen, richtig durchzuatmen, also bis in die Geschlechtsorgane, sind sie oft ganz erstaunt, was allein mit dem Atmen möglich ist. Zentrieren bedeutet, Geist und Körper in Gleichklang bringen. Weiter kann man mit den drei Gesetzen des Körpers Rhythmus, Spannung und Bewegung lernen, Einfluss zu nehmen und Sexualität, Lust und Begehren und damit auch die Qualität des Erlebens selber zu gestalten, vom Auslösen der Erregung bis hin zum Orgasmus.

Wie reagieren die konservativen Oberwalliser auf eine Sexualtherapeutin?
Ich habe bis jetzt noch nichts Negatives erlebt. Die meisten, und auch besonders ältere Menschen, sind sehr offen. Meist höre ich Dinge wie „Endlich gibt es jemanden wie dich, das braucht es hier".

Die Privatperson Anke Schüffler lernt neue Menschen kennen. Heisst es dann: „Achtung, jetzt kommt der Sex-Profi"?
Es gibt Menschen, die haben mit dem Beruf keine Probleme und es gibt solche, egal ob Frauen oder Männer, die verunsichert sind. Es ist natürlich, dass dabei Gedanken und Phantasien eine Rolle spielen, aber der Job ist ja nur eine Rolle und hintendran steht ja auch ganz einfach die Frau, der Mensch Anke.

Gibt es denn bei langen Beziehungen noch etwas Neues zu entdecken?
Es kann sein, dass Alltag entsteht. Aber alles entwickelt sich, die Beziehung, der Körper, die Sexualität. Dem Alltag kann man eine Seele geben. Wir müssen aber nicht immer Neues entdecken, sondern aus dem was wir haben, Besseres machen. Es ist wichtig, sich über das Gefühls- und Sexualleben gemeinsam Gedanken zu machen und gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, wie man Spannung, Kribbeln und gute Gefühle auslösen oder aufrechterhalten kann. Die Kommunikation ist ganz wichtig.

Neben Einzel- und Paarberatungen betreuen Sie Sexualstraftäter. Wie ist es für Sie, mit jemandem zu arbeiten, der ein Kind missbraucht hat?
Am Anfang hatte ich viel Mühe damit. Ich habe gelernt, damit umzugehen, weil auch das ein Bereich der Sexualität ist. Man darf nicht die Augen verschliessen. Ich akzeptiere den Menschen, aber nicht, was er getan hat. Ich biete jedoch die Möglichkeit, offen über Sexualität, Phantasien, Taten und ihre Grenzen zu sprechen und daran zu arbeiten.

Und wenn jemand eine Straftat gesteht?
Ich habe eine klare Schweigepflicht. Ich habe mich jedoch rechtlich abgesichert und ganz klar in den AGB festgehalten, dass ich der Polizei jederzeit Vorfälle melden kann.

Wie viele Straftäter sind bei Ihnen in Therapie?
Zurzeit sind es zwei Männer. Daneben arbeite ich auch mit Frauen und Männern, die befürchten, Grenzen zu überschreiten, weil sie Fantasien haben, die ihnen Angst machen.
Sie haben unter anderem einen Webshop mit Erotikartikeln.
Ja, da gibt es Dinge für das romantische und Dinge für das sexuelle Erleben. Mir ist es wichtig, beide Seiten als gleichwertige Fähigkeiten anzuschauen. Auch habe ich einen Fachbuchhandel. Ich finde gerade in diesem Bereich ein gutes Angebot wichtig. Viele trauen sich nicht, in der Buchhandlung nach entsprechenden Büchern zu fragen.

Ein weiteres Angebot sind Ihre Lust & Liebe-Abende, quasi „Tupperware"-Parties mit Sex-Spielzeug. Damit will ich Unsicherheiten abbauen. Wer geht in einen Erotikshop und lässt sich ausgiebig beraten?
Viele gehen mit gesenktem Haupt in den Erotikshop und trauen sich nicht, Fragen zu stellen.

Wie laufen die Lust und Liebe-Parties ab?
Interessierte melden sich bei mir und dann trifft sich die Gruppe entweder bei jemandem zu Hause oder in einem öffentlichen Raum. Die Abende sind meistens geschlechtergetrennt. Ich zeige, was es auf dem Erotikmarkt so gibt und die Leute können Fragen stellen und die Sachen anfassen. Vibratoren zum Beispiel gibt es in ganz verschiedenen Ausführungen und Materialien. Dann gibt es auch Liebeskugeln, Massageöle oder Schokolade zum Ablecken. Frauen oder Männer kommen so untereinander ins Gespräch. Solche Abende sind mit ganz viel Lachen und Spass verbunden.

Letztes Stichwort: Liebeshäuser.
Eine befreundete Architektin und ich haben uns überlegt, wie man Liebe und Architektur verknüpfen kann, was sich fördernd auf die gelebte Beziehung auswirkt. Wir stellten fest, dass Wohnungen oder Häuser oft rein funktional gebaut werden, dass der Raum für die Beziehung oft zu kurz kommt. Jetzt wollen wir ein Haus um die Beziehung bauen. Das Haus wird sich von aussen nicht von einem anderen unterscheiden, aber innen hat es vielleicht eine Oase der Ruhe, zwei Schlafzimmer, wo sich jeder zurückziehen kann, je nach Individualität der Persönlichkeit des Paares oder der Familie und deren Beziehung.

Sie wollen ein Musterhaus bauen?
Daran wären wir sehr interessiert.Wenn es ein interessiertes Paar gibt, einfach bei mir melden (lacht).

Ihre Meinung interessiert uns!


Quelle: www.rz-online.ch


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